Das Wetter im Osterzgebirge im Dezember 2021

Es war ein sehr wechselhafter letzter Monat des Jahres 2021: am 1. war es mit 2 bis 10 °C sehr mild. Der Rest der 1. Dekade ging leicht zu kalt an uns vorbei. Es überwogen Troglagen mit Wolken, Regen und Schnee. Nur am 3. schien fast ungehindert die Sonne. Bis auf die Dresdner Elbtalweitung bildete sich eine Schneedecke. Im Obererzgebirge war Skisport möglich. Aber besonders auf dem Kamm war es meist stark windig. Am 09. bildete sich bei mäßigen Schneemengen sogar in Dresden eine weiße Decke.
Vom 12. – 20. stellte sich unter westlicher Strömung („Hoch Yascha“ & „Hoch Zafira“) eine milde aber sonnenlose Witterung (13. – 21.) mit beständigem Hochnebel ein. Der Nebel sank am 12./13. bis ins Tiefland, begleitet von Regen. Am 17. meldete Zinnwald den Verlust der Schneedecke. An diesem Tag wurde mit 1037 hPa ein sehr hoher Luftdruck gemessen.
In den Vorweihnachtstagen kühlte es sich wieder ab und am 22. drang die Sonnenstrahlung bis zum Boden durch. Niederschlag am 19. führte wieder zu einer messbaren Schneehöhe in Zinnwald.
Eine Südwestlage („Tief Per“) mit Regen lies in der Höhe bereits am 23. die Temperaturen deutlich ansteigen. Die geschützten Lagen im Tiefland wurden dann am Morgen des 24. mit einem Schwung wärmer. Der Wind nahm an Geschwindigkeit zu und erreichte – mit bis 71 km/h im Erzgebirge – am Heiligen Abend sein Maximum. Von Norden schob sich polare Kaltluft („Hoch Belinda“) Meter um Meter nach Süden und in die Höhe (wie ein Keil). Von Dresden bis nach Zinnwald benötigte die Kaltfront 7 h. Ein Hauch von 1978! Diese aus Finnland stammende Luft ließ am 25./26. keine Temperaturen > 0 °C zu. Die Tiefstwerte sanken flächig auf < – 10 °C. Auf der Müglitz wurde bereits Eisgang beobachtet. Schnee sorgte überall für Weihnachtsstimmung.
Es folgte bis Silvester eine stetige Temperaturzunahme. Das andalusische „Hoch Christiane“ – von Sturm eskortiert – verewigte sich in die Geschichtsbücher: Überall wärmster Silvestertag (10,5 bis 17,0 °C). Außerdem wärmste je gemessene Tiefsttemperatur an einem 31.12. (7,2 bis 13,3 °C).

Die Spannweite der Mitteltemperatur reichte von – 1,9 °C (Zinnwald – Georgenfeld) bis 2,8 °C (Köttewitz) und wich somit knapp + 1,5 °C vom 30-jährigen Mittel ab. In Dohna wich die Temperatur nur + 0,8 °C vom Soll ab. Frostig gestaltete sich das Wetter an 13 (Dohna & Köttewitz) bis 25 Tagen (Zinnwald – Georgenfeld). Tage mit Dauerfrost (Eistage) maß auch hier die Bergstation am meisten (16). Dem gegenüber stand im unteren Müglitztal nur 1 Tag. Im Erzgebirge reichte der Niederschlag nur für 58 % vom üblichen. Weiter zur Elbe war die Niederschlagssumme war geringer, deckte aber bis zu 96 % vom Klimamittel. Die Verteilung reichte von 15 (Bannewitz – Wilmsdorf) bis 21 Tagen (DWD – Station).  Sonnenschein registrierte das Zinnwalder Gerät an mageren 18 h (54 %) und das Dohnaer 36 h (63 %).

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

Veröffentlicht von sw

Gebürtiger Dresdner, seit der Kindheit Wetterbeobachter, seit 2011 Erfahrung beim DWD, seit 2012 professionelle Wetteraufzeichnung auf hauseigenem Grundstück, 2014 Gründungsmitglied Wettererein Zinnwald-Georgenfeld, seit 2010 Auswertung weltweiter Klimadaten und Erstellung Weltklimaatlas.

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