Das Sommermärchen 2006

Bei dieser Überschrift denkt Ottonormalverbraucher zuerst an die Fußballheim – WM, bei der wir tragischerweise gegen den späteren Weltmeister Italien im Halbfinale ausschieden und uns immerhin noch Platz 3 erkämpfen konnten. Doch es wäre kein Text für diese Seite ohne meteorologische Ausarbeitung.

Die Ausgangslage war eines der stärksten Schmelzhochwasser der Neuzeit, nachdem es im März nochmals kräftig schneite. Der Scheitelpunkt der Elbe lag am 4.4. bei 7,49 m (AS 4). Und im Unterlauf der Elbe wurden höhere Schäden verursacht als bei der Jahrhundertflut 2002. Von der großräumigen Schneeschmelze versorgte sich die Natur bis in den Juni mit Wasser. Doch die Oberböden (0 – 40 cm) zeigten bereits Anfang Mai eine starke Austrocknung und die Pegel der Elbzuflüsse unterschritten die Grenze des Niedrigwassers. Bis Mitte Juni sank nun auch in der der Schicht bis – 100 cm die nutzbare Feldkapazität auf < 30 %. Mitte Juni wurden unter Britischen und mitteleuropäischen Hochs auch die Ersten Tropentage gemessen, sowie gehäuft Gewitter um den 20.

Im Juli trocknete die Luft sich die Luft jedoch aus und Niederschlag fiel selten und nicht in großen Mengen. Das Hoch „Axel“, später „Bruno“ und ab 20. „Daniel“ schirmten Sachsen von feuchter Luft quasi ab. Obwohl an manchen Orten an jedem Tag ein Sommertag verbucht wurde, lag der Taupunkt lediglich gelegentlich im schwülen Bereich (> 15 °C). Die Böden waren nun völlig ausgetrocknet und selbst auf im Obererzgebirge verdorrte das Gras. Die Talsperren meldeten vermehrt Blaualgen. Der Dresdner Elbpegel meldete 80 cm und weniger. Nur die Flutrinne verhinderte das Wandern zur anderer Elbseite. Die Zuflüsse der Elbe führten für mehrere Wochen nur noch wenige Prozent der gewöhnlichen Abflusses. Die Monatsstatistik zeigt eine bis heute währende Einzigartigkeit. Zum einen war es der 1. Monat überhaupt mit 31 Sommertagen (u. a. Dresdner Elbtalweitung). Außerdem war es der wärmste, trockenste und sonnigste Juli der modernen Meteorologie. Erstaunlicherweise geriet dieser Juli bis heute weitestgehend in Vergessenheit und steht im Schatten der Sommer 2003, 2018 & 2019.

Genau mit dem Monatswechsel schwenkte das Wetter auf kalt und nass – meist aus NW. Innerhalb kurzer Zeit grünte die Natur wieder auf, Pilze wuchsen in Massen. Die Fließgewässer erholten sich allerdings erst im kommenden Winter. Kein Tropentag wurde gemessen. Stärker hätte der Kontrast nicht sein können – dachte man.

Denn der Sommer erlebte im September eine Renaissance. Wetterlagen mit meist SW bis S-Wind konterten die Regenfronten nachhaltig: „Hermann“ über Südosteuropa, „Ismail“ über Mitteleuropa, „Klaus“ über Südwest- und später Mitteleuropa. Der September war schlussendlich wärmer als der August, trockener und die Sonne schien fast doppelt so lang!

Die Wetterübersicht vom Juni

Quelle: Daten auf DWD-Basis

Im Juni zeigte sich der Leipziger Raum mit um die 30 mm als trockenste Region. Wohingegen Mittel- und Ostsachsen die wärmste Region darstellten. Obwohl es um Görlitz den meisten Niederschlag der ausgewerteten Stationen gab (46,6 mm) ermöglichte die trockene Luft nur 3 Gewitter. Alle Stationen gaben Monatsmittel mit > 1,0 °C vom Klimamittel an, zudem unter 80 % Niederschlag in Verbindung von min. 120 % Sonnenstunden.

Die Wetterübersicht vom Juli

Quelle: Daten auf DWD-Basis

Im Juli spitzte sich das West-Ost-Gefälle beim Niederschlag stark zu: In Westsachsen immerhin noch ca. 40 mm, im Rest (ausgenommen Erzgebirge) < 10 mm. Daher waren die Flusssystem Mulde und Weiße Elster nicht so stark vom Niedrigwasser betroffen. Alle Stationen wichen um 5 °C oder mehr vom Klimamittel ab. Dabei war die Dresdner Elbtalweitung die Hitzehochburg (23,5 °C). Die Sonne schien ca. 50 % über Plan und der Niederschlag lag verbreitet unter dem 30. Perzentil.

Die Wetterübersicht vom August

Quelle: Daten auf DWD-Basis

Gänzlich ohne Tropen- und mit nur wenigen Sommertagen war der August der einzige Monat mit zu kühler Witterung. Die Abweichung lag mit -1,5 bis -2,0 °C jedoch im Rahmen. Der starke Gegensatz zum Vormonat stellte jedoch für manchen eine kleine Eiszeit dar. Aber aufgrund hoher Taupunkte war die gefühlte Temperatur durchaus Augustüblich. Das Niederschlagsbild ist hier nicht ganz so grob zu beschreiben. Nordsachsen lag mit ca. 60 mm im Soll. Chemnitz – beeinflusst vom Erzgebirgsstau – sammelte 145,3 mm im Hellmann. Eine Troglage führte um Görlitz zu rund 130 mm. Hier wurden aber weniger Gewitter beobachtet als um Leipzig. Mit 118,7 h schien die Sonne im Elbtal am seltensten.

Die Wetterübersicht vom Sommer

Quelle: Daten auf DWD-Basis

Der meteorologische Sommer stach nur mit seiner hohen Anzahl an Tropentagen und dem geringen Niederschlag im tiefliegenden Nordens, sowie des Elbtals heraus. Das Temperaturmittel der 3 Monate lag ca. 1 °C über der Norm. Die Sommertage entsprachen dem Mittel und mit dem Wechsel in den meteorologischen Herbst hat sich die hydrologische Lage normalisiert und die Natur konnte ungehindert ihrer Photosynthese nachgehen.

Die Wetterübersicht vom September

Quelle: Daten auf DWD-Basis

Aufgrund eines kühlenden Ostseehochs „Hoch Jürgen“ betrug die Temperatur in Görlitz gemittelt 16,9 °C und stellt den geringsten Wert im Vergleich dar. Die wärmste Region war der Großraum Leipzig/Dresden mit 18,0 °C und leicht geringeren Wert. Alle Stationen waren um über 3 °C zu warm. Besonders der Standort Leipzig konnte mit 13 Sommertagen einen sehr hohen Septemberwert verbuchen. Alle Standorten registrierten mehr Sonnenstunden als im August und mehr als 150 %.

Als Ausklang noch ein Kommentar, der in den letzten Jahren bestenfalls als Fußnote gewertet wird. Das südhemisphärische Jahr (01.07.2006 – 30.06.2007) in Sachsen zählt bis heute mit 12 °C im Tiefland als das mit Abstand wärmste Jahr.

Waldbrand und Trockenheit in der Sächsischen Schweiz

Liebe Leser,
meine Wetterstation befindet sich in Köttewitz bei Dohna und liegt mit 214 m ü. NHN knapp 100 m über dem Elbtal. Dadurch hab ich einen ungehinderten Blick auf die Sächsisch-/Böhmische Schweiz. Seit Sonntag sieht meine Webcam Rauchsäulen und -schwaden. Am Montagnachmittag konnte ich zudem einen „Pyrocumulus“ besser Cumulus congestus flammagenitus beobachten.

Quelle: eigene Aufnahme

Ebenso ist die völlig verdorrte Vegetation zu erkennen. Seit mehreren Monaten liegt, bis auf kurze Pausen, selbst im Oberboden der Unterdruck bei > 100 cb, was eine nutzbare Feldkapazität von < 30 % und somit starken Trockenstress für die Fauna bedeutet.

Seit Mittwoch gilt ein generelles Betretungsverbot für Wälder in Sachsen und die Debatte über den Nationalpark. Gemeint ist damit, ob es wichtiger ist die Wildnis in dieser Gegend zu bewahren (Totholz liegen lassen) oder Schutz der Bevölkerung. Mehrere Dörfer in Grenznähe wurden evakuiert, bzw. zerstört. Heute Mittag trafen 2 Löschflugzeuge aus Schweden ein. Aktuell beträgt der Pegel der Elbe nur 70 cm.

Geruchsbelästigung und Sichteinschränkung verunsichern die Bevölkerung. Der Dresdner Elbtalkessel liegt seit Tagen besonders in den Morgenstunden im Rauch.

Quelle: eigene Aufnahme

Die Luftmessstation an der TU Dresden maß zur selben Zeit einen stark erhöhten Wert an Feinstaub (PM10).

Quelle: Kachelmannwetter.com

Eisberge im Nordatlantik

Wie jedes Jahr beginnt auch 2022 im April sich der südliche Teil des kanadisch/grönländischen Eisfeldes zu lösen. Der Labradorstrom ist eine kalte Meeresströmung, welche sich an der Ostküste Nordamerikas gen Süden gegen den Golfstrom vorkämpft und südlich von New York versiegt. Da er neben der Kälte auch schnell fließt können Eisberge rasch nach Süden wandern und bleiben lange in kalten Gewässern. Aktuell liegt die 0 °C – Grenze teilweise bei 40 °N. Schon mal im Mittelmeer Eis gesehen? Das ist aber derselbe Breitengrad!

Dieses Gebiet wird von fast allen Schiffen befahren, die zwischen dem Norden der USA/Kanada und Nordeuropa/Westeuropa kreuzen. Daher ist es wichtig genau über die Position von Eisfeldern und Eisbergen Bescheid zu wissen.

Zu sehen ist die aktuelle Grenze des Eisfeldes, der Eisberge sowie die Anzahl je Planquadrat. Auf 42 °N und 50 °W werden durchschnittlich die südlichsten Eisberge gesichtet. Mehrere Tausend Schiffe fahren hier binnen Tagen durch. Aktuell ist hier noch keine Gefahr für die Schifffahrt zu sehen. „Dank“ des Klimawandels kann man sagen. Denn vor 110 Jahren sah es anders aus.

Quelle: DWD

Damals war die Route aufgrund von vielen Eisbergen und sogar einem dichten Packeis fast unbefahrbar. Es war das Resultat des kältesten Winters in westlichen Arktis gefolgt von einem warmen Frühling auf dem Kontinent.
41° 43’ 55“ N, 49° 56’ 45“ W. sind die Koordinaten, die am 15. April 1912 in die Geschichtsbücher eingingen, als die RMS Titanic alle Warnungen ignorierte und mit voller Fahrt von einem Eiskoloss eingedrückt wurde und unterging, wo sie doch angeblich unsinkbar war. Bis heute ist dies das einzige bekannte Schiff, welches durch einen Eisberg unterging.

Das Wetter im Osterzgebirge im Dezember 2021

Es war ein sehr wechselhafter letzter Monat des Jahres 2021: am 1. war es mit 2 bis 10 °C sehr mild. Der Rest der 1. Dekade ging leicht zu kalt an uns vorbei. Es überwogen Troglagen mit Wolken, Regen und Schnee. Nur am 3. schien fast ungehindert die Sonne. Bis auf die Dresdner Elbtalweitung bildete sich eine Schneedecke. Im Obererzgebirge war Skisport möglich. Aber besonders auf dem Kamm war es meist stark windig. Am 09. bildete sich bei mäßigen Schneemengen sogar in Dresden eine weiße Decke.
Vom 12. – 20. stellte sich unter westlicher Strömung („Hoch Yascha“ & „Hoch Zafira“) eine milde aber sonnenlose Witterung (13. – 21.) mit beständigem Hochnebel ein. Der Nebel sank am 12./13. bis ins Tiefland, begleitet von Regen. Am 17. meldete Zinnwald den Verlust der Schneedecke. An diesem Tag wurde mit 1037 hPa ein sehr hoher Luftdruck gemessen.
In den Vorweihnachtstagen kühlte es sich wieder ab und am 22. drang die Sonnenstrahlung bis zum Boden durch. Niederschlag am 19. führte wieder zu einer messbaren Schneehöhe in Zinnwald.
Eine Südwestlage („Tief Per“) mit Regen lies in der Höhe bereits am 23. die Temperaturen deutlich ansteigen. Die geschützten Lagen im Tiefland wurden dann am Morgen des 24. mit einem Schwung wärmer. Der Wind nahm an Geschwindigkeit zu und erreichte – mit bis 71 km/h im Erzgebirge – am Heiligen Abend sein Maximum. Von Norden schob sich polare Kaltluft („Hoch Belinda“) Meter um Meter nach Süden und in die Höhe (wie ein Keil). Von Dresden bis nach Zinnwald benötigte die Kaltfront 7 h. Ein Hauch von 1978! Diese aus Finnland stammende Luft ließ am 25./26. keine Temperaturen > 0 °C zu. Die Tiefstwerte sanken flächig auf < – 10 °C. Auf der Müglitz wurde bereits Eisgang beobachtet. Schnee sorgte überall für Weihnachtsstimmung.
Es folgte bis Silvester eine stetige Temperaturzunahme. Das andalusische „Hoch Christiane“ – von Sturm eskortiert – verewigte sich in die Geschichtsbücher: Überall wärmster Silvestertag (10,5 bis 17,0 °C). Außerdem wärmste je gemessene Tiefsttemperatur an einem 31.12. (7,2 bis 13,3 °C).

Die Spannweite der Mitteltemperatur reichte von – 1,9 °C (Zinnwald – Georgenfeld) bis 2,8 °C (Köttewitz) und wich somit knapp + 1,5 °C vom 30-jährigen Mittel ab. In Dohna wich die Temperatur nur + 0,8 °C vom Soll ab. Frostig gestaltete sich das Wetter an 13 (Dohna & Köttewitz) bis 25 Tagen (Zinnwald – Georgenfeld). Tage mit Dauerfrost (Eistage) maß auch hier die Bergstation am meisten (16). Dem gegenüber stand im unteren Müglitztal nur 1 Tag. Im Erzgebirge reichte der Niederschlag nur für 58 % vom üblichen. Weiter zur Elbe war die Niederschlagssumme war geringer, deckte aber bis zu 96 % vom Klimamittel. Die Verteilung reichte von 15 (Bannewitz – Wilmsdorf) bis 21 Tagen (DWD – Station).  Sonnenschein registrierte das Zinnwalder Gerät an mageren 18 h (54 %) und das Dohnaer 36 h (63 %).

Ihr Sebastian Wetzel und Norbert Märcz, Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.

Das Wetter im Vergleich:

Klimatische Betrachtung 2021 auf Gran Canaria (Flughafen)

WIe auch in den letzten Jahren zeigt sich die Witterung hier leicht unterkühlt. Die Jahresmitteltemperatur wich mit 20,9 °C um – 0,4 °C vom Mittel ab. Kein Monat zeigte eine signifikante Anomalie. Die tiefste Temperatur (11,6 °C) verfehlte das Klimamittel nur um – 0,1 °C. Die höchste Temperatur von 35,5 °C überbot die Anforderung um 0,5 °C. Anstelle von 162 wurden 149 Sommertage (92 %) gemessen. Im Winter treten führ gewöhnlich 5 auf. Dieses Jahr war es nur 1 Tag. Die Anzahl der Tropentage erfühlte mit einer Häufigkeit von 12 genau ihr Soll. Und auch die Tropennächte wichen mit 123 statt 126 nur minimal vom 30 – jährigen Mittel ab. Die Hitzesumme von 563 °C ergab nur 82 % der gewöhnlichen Belastung.
Verteilt auf 37 statt 43 Tage fiel ein Niederschlag von 53 mm (40 %). Besonders der Herbst zeigte sich arider als sonst (Anstelle von 42 nur 5 mm). 1 Starkniederschlag ist die Norm und dieser 1 wurde im Januar gemeldet. Die Luftfeuchtigkeit lag mit 66 statt 67 % deutlich näher am Ziel als der Niederschlag und die Temperatur! Mit 63 % war die Sommerluft 5 % zu trocken und die Winterluft mit 68 % um 4 % zu feucht.
Mit 3241 Sonnenstunden war es das sonnenreichste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn 1951 um überbot die Vorgabe um 14 %. Der Herbst 2021 erreichte mit 792 h ebenfalls Platz 1. Der Bedeckungsgrad berechnete sich auf 3,1/8 (- 0,2/8).
Der Luftdruck von 1018,5 hPa (+ 1,0 hPa) stellte keine stärkere Abweichung dar. Der Herbst zeigte die stärkste veränderte Präsens von Hochdruck mit 1017,9 hPa (+ 1,1 hPa). Der Winter, mit 1020,6 hPa, lag nur um + 0,2 hPa vom Klimamittel entfernt. Der Wind wehte durchschnittlich 29 statt 27 km/h schnell.

Klimatische Betrachtung 2021 in Dresden

Den Anfang in der Reihe der Jahresauswertungen macht die Wetterwarte, die meiner eigenen am nächsten ist, Dresden.
Das Jahr insgesamt war mit 9,5 °C nicht weit vom Mittel entfernt (- 0,3 °C). Am auffäligsten war der kalte Sommer mit nur 7,6 statt 9,4 °C. Erstmals seit 2013 wurden mehr als die uns 74 zustehenden Frosttage gemessen (82). Mit 16 Eistagen wurden nur 73 % der gewöhnlichen Summe erreicht. Polartage, dass sind Tage mit einer geringeren Höchsttemperatur als – 10 °C gab es 2021 nicht. Das letzte Jahr mit diesem Phänomen war 2012. Die Anzahl der Sommertag spiegel mit 42 statt 44 Tagen fast eine Punktlandung wieder. Die Abweichung vom Klima war jedoch, dass fast die Hälfte der Tage schon im Frühsommer registriert wurde. Der eigentliche Sommer schwächelte. Das sieht man auch an der Anzahl der Tropentage – auch Hitzetage – genannt: Statt 10 x nur 4 x dieses Jahr gemessen und zwar alle im Juni. In diesem Monat wurden auch 3 Tropennächte aufgezeichnet – 3 x so viel wie sonst im ganzen Jahr zusammen. Die Kältesumme des vergangenen Winters lag mit 106,1 °C immerhin nur 24 % unter dem Soll. Die Grünlandtemperatur 200 erreichte die Natur am 29.03. und damit 5 Tage verspätet. Aber durch den heißen Juni begann die Getreideernte bereits am 10.07. (- 6 Tage). Die Hitzesumme respräsentiert Hitzewellen und ist die Summe aller Tagesmittel über 20 °C. Im 30-jährigen Mittel von 1991 – 2020 wurde ein Wert von 91,4 °C berechnet. 2021 erreichte der Parameter 68,6 °C. Auch hier trug der Frühsommer die Hauptlast. Die 2. Vegetationsperiode trug nur 39 % so viel dazu bei wie sonst. Die Jahreshöchsttemperatur von 33,6 °C lag nah am Klimamittel von 34,0 °C. Die tiefste Temperatur wich mit – 16,2 °C sogar um – 2,0 °C von der aktuellen Norm ab.

Der jährliche Niederschlag ergab eine Summe von 736 mm (116 %). Der Sommer mit seinen 361 mm war der 7. nasseste seit Aufzeichnungsbeginn 1882. Gemessen wurde Niederschlag an 201 statt 159 Tagen (die 3. höchste Anzahl an Niederschlagstagen). Auch hier fällt vorallem das Sommerhalbjahr mit seinen 99 Regentagen auf. Der Rekord liegt bei 100. Starkniederschlag wiederum war mit 6 statt 4 Ereignistagen unweit der Normalität. Die höchste Schneemessung von 23 cm lag 7 cm über dem 30-jährigen Mittel. Ganz still stand es um die Luftfeuchte: Statt 74, 75 % und in der monatlichen Betrachtung auch keine Besonderheiten. Statt den 22 Gewittertagen gab es letztes Jahr noch 2 drauf.

Sonnenschein war messbar über 1661 h (94 %). Die Bedeckung stellte mit 5,9/8 ihren Rekord von 1923, 1926, 1941 und 1945 ein ohne jedoch in einer Zeit besonders stark abgewichen zu sein. Die starke Anomalie ist das Produkt einer konstant zu starken Bewölkung.

Der Luftdruck wich lediglich um + 0,1 hPa vom Klimamittel ab. Der gemessene Wert: 1016,6 hPa. Im Herbst war er erhöht (1018,3 statt 1016,7 hPa) und im Winter reduziert (1014,1 statt 1018,1 hPa). Im Schnitt wehte der WInd mit 15 km/h und somit ganz nach Plan. Die stärkste Böe maß das Anemometer mit 119 km/h (Bft 12). Durchschnittlich weht die stärkste Böe im Jahr 101 km/h (Bft 10) schnell.

31.12.2021 – Frühlingssilvester in Sachsen

Das es um Silvester nicht gerade -10 °C kalt werden wird (im Gebirge noch kälter) war schon vor Weihnachten die Befürchtung und nach dem Einzug der Westlage unter „Tief Ronald“ am 27. traurige Gewissheit. EZMWF, bekannt für seine zur extreme neigenden Vorhersagen, hatte die Lage aber von Anfang an richtig eingeordnet.

https://i0.wp.com/www.met.fu-berlin.de/de/wetter/maps/Prognose_20211225.gif
Quelle: Bodenwetterkarte der FU Berlin auf Basis des DWD (http://www.met.fu-berlin.de/de/wetter/maps/Prognose_20211225.gif)

Die Kälte zog sich bis nach Finnland und das nördliche Skandinavien zurück während unter dichter Sc-Decke (Stratocumulus) die Temperaturen am Boden erst zögerlich anstiegen. Der Durchbruch vollzog sich dann am 30. als mittels des andalusischen „Hochs Christine“ aus SW subtropische Luft auch den sächsischen Raum erreichte. Die Nacht zum 31.12. vollzog sich aufgrund regen Windes mit nur minimaler Abkühlung.

Als dann am Silvestermittag die Sonne (Was war das nochmal?) endlich wieder zum Vorschein kam, meldeten die Thermometer nochmals einen Anstieg.

Die Höchsttemperatuen am 31. betrugen an den DWD -Stationen: 5,6 °C auf dem Fichtelberg, 12,7 °C in Chemnitz, 15,2 °C in Leipzig-Schkeuditz, 15,1 °C in Dresden und14,3 °C in Görlitz.

Für Dresden mit seiner rekonstruirten Messreihe seit 1882 war der Silvestertag der wärmste. Auf die Dekade bezogen war es neben dem 25.12.2012 der 2. wärmste Tag der letzten Jahresdekade. Einzig der 25.12.1983 thront noch mit 15,3 C minimal darüber. Der wärmste Dezembertag an der Dresdner Wetterwarte war der 5.12.1961 mit 16,8 °C. Im Monatsvergleich reichte die gestrige Tmax. für Platz 6!

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist grafik.png.
Quelle: klotsche-wetter.de auf Basis der DWD-Daten.

Und da sowohl die Nacht zum 31.12. noch zu heute durch Wärmezufuhr nicht abkühlten ergab sich am Dresdner Flughafen für den gestrigen Tag eine Tmin. von 12,1 °C –> Neuer Tages-, Dekaden- und Monatsrekord. Die bis gestern wärmste Tagestiefsttemperatur im Dezember stammt aus dem Jahr 1925 (30.12). Damals befand sich die Station noch auf dem etwas höheren Gelände in Radebeul-Wahnsdorf.

Weißes Japan

Ein Wintereinbruch hat weite Teile Japans in einen weißen Fleck im Pazifik verwandelt. Selbst an der Küste im Süden des Landes kühlte es sich derat ab, dass sich eine aussergewöhnliche Schneehöhe kummulierte: So wie im nicht mal 100 m hoch gelegenen Tottori mit 39 cm am Morgen des 27.12.

Quelle: Kachelmannwetter Schneehöhen Japan 27.12.2021

Für gewöhnlich bleibt der Südteil des Landes den ganzen Winter über nahezu schneefrei. Und die gemessenen Werte spiegeln das winterlichste Ereignis seit Febraur 2012 dar. Doch in ein paar Tagen wird sich die feste Form von Wasser nur noch im Gebirge und Nordjapan zu finden sein.

Frühlingseinbruch vor Silvester

Laut der Singularität des Wetters eigentlich die kälteste Phase des Frühwinters, entpuppt sich 2021 die Zeit um Silvester als sehr mild. Im Vergleich mit über 100 Privatwetterstationen kann ich stolz verkünden, aktuell die wärmste Station Sachsens zu sein – trotz 214 m ü. NHN. Grund ist ein durch den SW-Wind leicht entstehender Erzgebirgsföhn, welcher sich am Müglitztal bemerkbar macht.

Quelle: Wetternetz Sachsen (http://www.wetternetz-sachsen.de)

Die letzten Tage wurde es auch früh laut: Die Vögel können den Frühling anscheinend nicht abwarten. Schlechte Neuigkeiten für all die Wetterfrösche die – wie ich – einen kalten Winter in Betracht zogen. Aber noch ist nicht alles verloren.

Quelle: Kachelmannwetter.com auf Daten der Wetterstation Köttewitz basierend

Bereits deutlich frostfrei erreichte gegen 04:30 Uhr die Warmfront Köttewitz und seitdem steigt die Temperatur auf derzeit 13,1 °C. Ob wir Silvester Rekorde knacken, wird sich morgen zeigen…